17.07.20

Bezirkssynode

Erstmals haben sich die Mitglieder der neuen Bezirkssynode getroffen - wegen Corona auf Abstand.

Sitzung auf Abstand

Dekan Bernd Weißenborn und Ulrike Sämann

Hans Otto Maier

Corona geschuldet saßen die 90 Frauen und Männer im Evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz in Esslingen auf Einzelplätzen mit Abstand. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Wahlen, Verpflichtungen und Berichte aus Arbeitsfeldern der evangelischen Kirche in Esslingen und Umgebung.

Die Synode ist das leitende Gremium des evangelischen Kirchenbezirks. Ihr gehören Pfarrerinnen und Pfarrer des Bezirks sowie Delegierte aus den Kirchengemeinderäten an. Wegen der Corona-Pandemie fand die erste Präsenzsitzung mit rund viermonatiger Verzögerung statt. Im Vorfeld waren per Brief bereits die Ausschüsse der Synode besetzt worden.

Die alte gewählte Vorsitzende der Bezirkssynode ist auch die neue: Die Plochinger Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Sämann. Dekan Bernd Weißenborn gratulierte ihr zur Wahl. „Ich freue mich auf eine Fortsetzung unserer guten Zusammenarbeit“, sagte Weißenborn. Sämann nannte als Ziele ihrer Arbeit: „Ich will dazu beitragen, dass wir das Wir-Gefühl im Kirchenbezirk stärken und dass die Solidarität unter den Gemeinden wächst. Ich will mich für zukunftsfähige Konzepte und Strukturen einsetzen, für eine starke, mutige Diakonie, einladende Jugendarbeit, vielfältige und begeisternde Kirchenmusik sowie wertschätzende religiöse Bildung in Kitas und Schulen.“

Dem neuen leitenden Ausschuss der Bezirkssynode, dem „Kirchenbezirksausschuss“, gehören neben Weißenborn und Sämann Ruth Drosdol, Annette Reuter, Pfarrerin Christiane Wille, Pfarrer Jochen Keltsch, Johannes Kress, Sonja Daiker, Martin Klein, Pfarrerin Ursula Ullmann-Rau, Wilfried Rayher, Schuldekan Christoph Salzger, Kirchenbezirksrechner Frank Kaltenborn und Jürgen Wintergerst an.

„Kinder haben ein Recht auf religiöse Bildung“, konstatiert Schuldekan Christoph Salzger. Bei der religiösen Bildung spiele der schulische Religionsunterricht eine wichtige Rolle. „Woche für Woche erreichen wir hier Kinder und Jugendliche in einer Zahl wie kein anderes Angebot der Kinder- und Jugendarbeit.“ Kinder und Jugendliche aus den unterschiedlichen Schichten und Gruppen würden erreicht. Durch Corona stehe der Religionsunterricht vor Herausforderungen. Manchenorts falle er aus, an anderen Schulen gebe es Religion im Präsenzunterricht, verbreitet seien Angebote über Mail oder Telefon. Das Engagement der Lehrkräfte sei bemerkenswert, berichtet Schuldekan Salzger.

Religiöse Bildung findet auch an den 45 evangelischen Kindertageseinrichtungen mit über 500 Mitarbeitenden im Kirchenbezirk statt. Von diesem Arbeitsfeld berichtete Susanne Schock. Sie nahm zum letzten Mal aktiv an der Synode teil. Ende August wechselt sie nach 34 Jahren als Kindergarten-Fachberatung des Bezirks in den Ruhestand (Altersteilzeit). Ihr habe die Begleitung und Förderung von Erzieherinnen, Erziehern, Kita-Leitungen und Trägern am Herzen gelegen. „Wenn wir achtsam und wertschätzend mit Erzieherinnen und Leitungen umgehen, dann lässt sich die hohe Qualität unserer Arbeit halten“, davon ist Schock überzeugt. Die evangelischen Träger im Bezirk gälten bei Erzieherinnen als attraktiver Arbeitgeber. „Wir haben kaum Personalnot. Unsere Leitungen arbeiten mit hoher Professionalität. Tragen Sie dafür Sorge, dass dies so bleibt“, appellierte Schock.

Die Erarbeitung eines neuen Gemeindediakonatsplanes für den Kirchenbezirk wird wegen Corona um ein Jahr verschoben, auf 2021. Das berichtet Johannes Kress, der Vorsitzende des Gemeindediakonatsausschusses. Im Kirchenbezirk arbeiten insgesamt elf Gemeindediakoninnen und Diakone. Einer davon ist Hans-Otto Maier. Dekans-Stellvertreter Pfarrer Christoph Bäuerle ehrte ihn für 40 Jahre Dienst im Kirchenbezirk. Die meiste Zeit seines Berufslebens hat Maier mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Seit wenigen Jahren ist er nun auch für den Besuchsdienst für Ältere in Mettingen zuständig. Nach wie vor hat er einen Stellenanteil für Kinder- und Familienarbeit. Maier lächelt verschmitzt, als er bekennt: „Das macht immer noch Spaß!“