01.10.19

Erntedank

Marktandacht am 5. Oktober am Esslinger Löwenbrunnen zu Gunsten des Carisatt-Tafelladens.

Marktandacht 2018 mit Pfarrer Stefan Möhler und Pfarrerin Cornelia Krause (v.l.) sowie Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Für Landwirte hat der Dank für eine gute Ernte besondere Bedeutung. Deshalb wird in Esslingen zum Erntedankfest eine besondere Marktandacht gefeiert. Sie findet in diesem Jahr am Samstag, 5. Oktober, um 10 Uhr vor dem Löwenbrunnen am Rande des Marktplatzes statt. Die Marktbeschicker stellen Obst, Gemüse oder Blumen bereit, die am Samstagmorgen von Konfirmandinnen und Konfirmanden abgeholt und auf einer Art Ernte-Altar drapiert werden. Die etwa halbstündige Andacht wird von evangelischer, katholischer, evangelisch-methodistischer und baptistischer Kirche in Esslingen und dem CVJM-Posaunenchor gestaltet.

Die evangelische Citypfarrerin Cornelia Krause ist in diesem Jahr  unter anderem für die Marktandacht verantwortlich. „Die Esslinger Marktbeschicker geben großzügig“, freut sich die Theologin. „Wenn Menschen Landwirtschaft betreiben oder sehen, mit welchen Mühen die Produktion von Lebensmitteln verbunden ist, haben sie einen intensiveren Bezug zum Erntedank“, ist sie überzeugt. Wer seine Lebensmittel im Supermarkt einkaufe, dem fehle diese Verbindung oft.

Mit dem Rückgang der Landwirtschaft gehen vor allem im städtischen Umfeld auch häufig die Erntedank-Spenden zurück. Dabei könne man durchaus auch haltbare Waren für die Erntedank-Altäre spenden, betont Krause. Diese sind vor allem bei den Empfängern der Spenden gefragt. Die Erntedank-Gaben in Esslingen, aber auch von vielen anderen Gemeinden gehen an die Diakonie- und Tafelläden, in denen Bedürftige zu günstigen Preisen einkaufen können. Gerade Produkte wie Mehl, Zucker, Nudeln oder Reis sind dort oft Mangelware. Die Erntedank-Gaben der Marktandacht werden gegen eine Spende abgegeben. Der Erlös kommt immer einer sozialen Einrichtung zu Gute. In diesem Jahr ist es der Carisatt-Tafelladen in Esslingen.

Erntedank, das macht Cornelia Krause klar, ist nicht nur eine Sache der Erzeuger. „Auch die Verbraucher sind eingeladen, einmal im Jahr ihre Dankbarkeit für gutes Essen und sauberes Wasser mit Freude und Gebet zu feiern. Außerdem kann das Fest das Bewusstsein wecken für die Bedeutung, die der Landwirtschaft zukommt“, sagt Krause. Und es könne den Fokus auf essentielle Fragen lenken, etwa „wie wir mit unserer Erde umgehen, wie wir die Schöpfung bewahren können und wie wir leben wollen“. Mit einem gestiegenen Umweltbewusstsein sei auch das Erntedankfest wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. „Es berührt viele Themen – Schöpfung, Umwelt, die Produktionsweise von Nahrungsmitteln, Hunger, Sattwerden, Teilen, Gerechtigkeit“, sagt die Pfarrerin.

Teilen ist auch Thema der Erntedank-Aktion in der Esslinger Südkirche. Dort wird traditionell zur Suppentheke eingeladen. Gemeindemitglieder bringen selbst gekochte Suppen mit, die nach dem Gottesdienst gemeinsam gegessen werden.