Die Frauenkirche - ein Juwel der Spätgotik mit großer einheitlicher Ausstrahlung

Frauenkirche
Untere Beutau 7
73728 Esslingen


Die Frauenkirche in Esslingen gilt als eines der hervorragenden Bauwerke der südwestdeutschen Spätgotik und als eine der ältesten Hallenkirchen Schwabens. Der filigrane, mit kunstvollem Maßwerk spielerisch gestaltete Turm ist weithin sichtbar und lockt den Blick auf die erhöht am Fuß der Neckarhalde gelegene Kirche, die den Weg in die Weinberge Esslingens eröffnet.


Sie ist täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

 
 

Anfahrt

Die Anfahrt mit dem Auto erfolgt am besten zum Parkhaus Marktplatz / Behördenzentrum in der Agnespromenade 4. Von der Altstadt aus sind es wenige Gehminuten unter der Unterführung der Ringstraße hindurch. Mit S-Bahn, Zug und Bus können Sie die Frauenkirche vom Esslinger Bahnhof aus ebenfalls gut erreichen (Buslinien 103, 108, 109, 110, Haltestelle Frauenkirche).

 

Bürgerkirche und Vesperkirche

Die Frauenkirche ist als Bürgerkirche Esslingens durch die Bürgerschaft der Freien Reichsstadt Esslingens entstanden – im Gegensatz zur Stadtkirche und zu den anderen Pfarrkirchen, die im Besitz von Klöstern waren. Dadurch gilt die Frauenkirche bis heute als Symbolkirche des bürgerlichen Engagements.
Im Winter findet in ihr die Esslinger Vesperkirche statt. Im Sommer wird der Auftakt zum Esslinger Bürgerfest dort gefeiert.

 

Der Name "Frauenkirche"

Frauenkirche oder Liebfrauenkirche ist eine Bezeichnung für eine Kirche, die Maria geweiht ist. "Unsere Liebe Frau" war seit dem Mittelalter einer der Ehrentitel Mariens, der Mutter Jesu.

Die beeindruckenden Plastiken des Marienportals und des Weltgerichtsportals haben unbekannte Künstler geschaffen.

 

Die alten Glocken kehren zurück

Nach knapp 100 Jahren sind im April 2012 die drei mittelalterlichen Glocken, die von 1587 bis 1913 im Turm der Esslinger Frauenkirche zu Gebet und Gottesdienst riefen, wieder an Ort und Stelle gebracht worden. Sie ergänzen die drei moderneren Glocken, die dort derzeit hängen.

Die historische Wasserspeier der Frauenkirche

63 historische Wasserspeier zieren die Frauenkirche. Abgebildet sind sie in dem Buch „Schützende Engel – Speiende Dämonen“ von Peter Köhle. Die zum Teil monströsen Figuren tragen im Volksmund so deftige und sprechende Namen wie Zimmtrotzer, Pfefferhuster, Sackzwicker, Madonnenbeißer, Zwiebelfresser, Schwabenbrüller oder Ewigkeitsdackel und haben den Künstler HAP Grieshaber 1968 zu vier Holzschnitten inspiriert.

Peter Köhle, zugleich Herausgeber des Buches, hat die Steinfiguren fotografiert.Viele davon sind Kopien der Originale oder Schöpfungen des 19. Jahrhunderts. Fabeltiere, Monster oder Mischwesen wie das Fischweib, aber auch den der Esslinger Sage entlehnten eine Zwiebel fressenden Teufel fand er an den Traufen und Simsen. Verschiedene Fachbeiträge ergänzen die Fotos und geben auf ganz unterschiedliche Weise Einblicke in Funktion und Entwicklung der Wasserspeier, vor allem aber auch in die Bedeutung, die Engelwesen und Dämonen in der Glaubenswelt vergangener Jahrhunderte und bis in die Gegenwart hatten.

Peter Köhle (Hg.): Schützende Engel - Speiende Dämonen: Die Wasserspeier der Esslinger Frauenkirche und HAP Grieshaber, Esslingen 2011

 

Fotos: Peter Köhle

Die Orgel der Frauenkirche Esslingen

Weigle-Orgel von 1863 - Foto: P. Köhle

Die Frauenkirche hat zwei Orgeln: die große, gut sichtbare Orgel auf der Westempore, und die kleine Orgel hinter einem Pfeiler auf der Nordseite in der Nähe des Taufsteins.

Die große Orgel wurde im Zuge der Kirchen-Innenrenovierung im Jahre 1862 von der Werkstatt Carl Gottlob Weigle (Stuttgart) erbaut. Klanglich umfasste sie 25 Register mit dem System der Kegelladen und der mechanischen Traktur.
Dieses System funktioniert bis heute. Es handelt sich um eine mittelgroße deutsch-romantische Orgel, besonders gut geeignet für die Orgelwerke von Mendelssohn, Rheinberger und auch Brahms.

1930 bis 1984 amtierte als Organist Dr. Walter Supper. Er hing einem anderen Klangideal an, dem norddeutsch-barocken, und ließ die Orgel umbauen. Die nun 35 Register umfassende Orgel klingt seitdem heller, weniger grundtönig.

Die Orgel der Frauenkirche ist eines der ganz wenigen erhaltenen Instrumente aus der Zeit der deutschen Orgelromantik.

1941 kam durch die Firma Weigle eine zweite, fahrbare Orgel hinzu, mit vier Registern und einer Selbsttreteinrichtung für den Orgelwind, ähnlich wie bei einem Harmonium.

Disposition