Wunde Punkte - Passionsandachten in der Pandemie | 03.04.2021

 

Glocken läuten

 
Kerze entzünden

Wir sind da.
Wir sind verbunden mit denen, die auch Gottesdienst feiern.
Zu verschiedenen Zeiten.
An verschiedenen Orten.
Aber aufmerksam für jeden Trost.
Für jede Wahrheit.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN.


Gebet nach Psalm 13


Mein Herz wird vor Freude lachen,
weil du mir geholfen hast.

 

I  O mein Gott, wie lange soll das noch dauern?
   Wie lange können wir uns nicht sehen, Feste feiern, Essen gehen, ausgelassen sein?

 

II Wie lange muss ich mich um mein und andere Leben weltweit sorgen,
    tagaus, tagein Ängste in meinem Herzen bewegen?

 

I  Krisenmüde sind wir, kurzatmig und abgeschnitten vom Leben,
   nur zu bereit, jeder schnellen Lösung zurück zur Normalität Glauben zu schenken.

 

II Zukunftsverdrossen sind wir, planlos und entscheidungsschwach,
   nur zu bereit, die Armutskrise hinzunehmen und der Klimakrise uns zu ergeben.

 

I  Doch nein! Fest vertraue ich auf deine Güte.
   Ich summe, ich singe, ich schnipse und spiele ein Lied.

 

II Auch jetzt tust du uns Gutes. Gerade jetzt gibst du Zukunft und Hoffnung.
   Dein Angesicht leuchtet über mir.

 

Mein Herz wird vor Freude lachen,
weil du uns geholfen hast.


AMEN.


Lied "Du siehst mich" - Neue Lieder 130, 1-3

Zum Anhören oder Mitsingen


Wunde Punkte

Da muss man uns nichts erklären. In einer Welt, in der man fast alles machen konnte,
liegen sie heute offen vor uns. Sie erinnern uns daran, dass es Leid und Hilflosigkeit
gibt. Nach wie vor.

 

Wort zur Sache

Auch für die Bestatter hat sich in ihrem Berufsfeld durch die Corona-Pandemie einiges verändert. Daniel Mirus vom Städtischen Bestattungsdienst wollte darüber sprechen und auch darüber, wie er Menschen in den schwierigsten Stunden ihres Lebens begleiten kann.
Leider konnte das Video mit dem Beitrag des Bestattungsdienstes bisher nicht eingestellt werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Musik

 

 

Chris Kunstmann-Lechner, Sopran und Annelore Münzmay, Orgel, mit dem Lied
NL190 „Schenke mir Gott, ein hörendes Herz“

Werke der Barmherzigkeit

Tote begraben
Das siebte Werk der Barmherzigkeit entstammt nicht wie die anderen der großen Gerichtsrede aus Matthäus 25. Es wurde in der kirchlichen Tradition hinzugefügt.


Bibeltext: Johannes 19,38-42
Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab. Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.

Impuls

Totenfeiern und Beerdigungen gehören zu jeder Kultur. Die Toten sollen geborgen sein.

Ungeborgen war Abel, dessen Blut zum Himmel schrie.
Ungeborgen war Polyneikes, bis die Schwester Antigone seinen Körper mit Erde bestreute.
Ungeborgen liegen viele im Krieg vermisste Menschen begraben.

Wenn es nicht gelingt, einen verunglückten Menschen zu bergen und einen Toten in ein Grab zu betten, gibt es keine Ruhe. Es braucht diese Sorge. Den Segen des Abschieds. Die Erinnerung an das, was sie gelitten und an das, was sie geliebt hatten. Manchmal werden auch heute noch die Toten heimgeführt, damit sie nicht in fremder Erde begraben sind. Sie werden heimgeholt in eine Gemeinschaft, die größer ist als die Lebenden, und zu der sie dazu gehören, ganz gleich, was ihnen in ihrem Leben widerfahren ist.

Josef von Arimathäa war ein angesehener Mann mit Autorität. Trotzdem ging er ein Risiko ein, als er an Pilatus die Bitte richtete, Jesus begraben zu dürfen. Das Einbalsamieren und Begraben eines Verfluchten war eine Form des Protestes. Josef tat, was für ihn nahe lag. Er trat heraus aus der Heimlichkeit und gab sich als Jesu nächster Angehöriger zu verstehen, als der, der jetzt zuständig ist.
Auch Nikodemus trat aus dem Schutz der Nacht ans Tageslicht und brachte, ohne zu zögern, verschwenderische 100 Pfund, nach heutigen Maßstäben 32,7 Kilo Salbe bzw. 32,7 Liter Öl, für den Leichnam Jesu mit.

Das unbeirrbare, klare Handeln der beiden Männer veränderte die bleierne erste Stille nach dem Tod Jesu. Der Garten, der Schutz des neuen Felsengrabes, der Duft der Myrrhe und Aloe. Das reine Leinentuch, die Füße, Hände, der Mund, die Augen von Josef und Nikodemus, ihr Dasein setzte gegen die Spuren der Gewalt Zärtlichkeit, milderte die Hässlichkeit dieses Todes. Kein Mitgefühl ist bedeutungslos.
Nun lag Jesus im Grab. In unserem Bekenntnis wird für diese Zeit ausgesagt: hinabgestiegen in das Reich des Todes. In der Tiefe, im Reich des Todes wird eine Verwandlung vor sich gehen. Nicht nur Menschen, auch Gott wird sich zum Tod Jesu verhalten. Gott wird dem Menschen gleich, den er sein ganzes Leben lang schon mit Nähe umgeben hat. Und wird ihn bergen im Duft seines Friedens. Kein Tod wird die Macht haben uns von Gottes Liebe zu trennen. Christus sei Dank.
AMEN.


Liedruf Kyrie eleison

Fürbitten

Zwischen Tod und Auferstehung beten wir voller Hoffnung zum Gott des Lebens.

Wir bitten dich, treuer Gott:

Kyrie eleison / Herr, erbarme dich.

            • für die Bestatterinnen und Bestatter und alle Berufsgruppen, die mit Worten, mit Musik, mit Rat und Tat dabei helfen, die Toten in Würde zu begraben.
            • für die Menschen, die in der Pandemie schmerzvoll und unter schwierigen Umständen Abschied nehmen mussten.
            • für Menschen, die sich durch Gewalttaten schuldig gemacht haben.
            • für Menschen, denen die Worte zum Klagen fehlen und die nur noch Leere empfinden.
            • für die Verstorbenen, die auf den österlichen Sieg Christi vertrauten.

            Kyrie eleison / Herr, erbarme dich.

             

            In vielen Sprachen wird deine barmherzige Liebe gelobt. Unsere Stimme und Sprache mischen sich darunter, wenn wir mit dir zu Gott rufen:


            Vaterunser im Himmel
            geheiligt werde dein Name.
            Dein Reich komme.
            Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
            Unser tägliches Brot gib uns heute
            und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
            Führe uns nicht in Versuchung
            und erlöse uns von dem Bösen.
            Denn dein ist das Reich
            und die Kraft
            und die Herrlichkeit
            in Ewigkeit.

            AMEN.


            Segen
            Wer mag öffnet die Hände, Handflächen nach oben.


            Gott, segne uns.
            Gott, behüte uns.
            Lasse dein Angesicht leuchten über uns.
            Sei uns gnädig.
            Erhebe dein Angesicht auf uns.
            Und gib uns Frieden.
            AMEN.


            Kollekte

            Leisten Sie einen Beitrag zur direkten Unterstützung der Seenotrettung im Mittelmeer.

            Spendenkonto:
            United4Rescue - Gemeinsam Retten e.V.
            IBAN: DE93 1006 1006 1111 1111 93
            BIC: GENODED1KDB
            Bank für Kirche und Diakonie eG - KD-Bank

            Verwendungszweck:
            Gemeinsam Retten. Bei größeren Spenden Ihr Name und Ihre Adresse für die Spendenquittung.

            Herzlichen Dank