27.07.17

Spiritualität muss im Alltag einen Platz haben

Als „Pfarrerin mit Leib und Seele“ charakterisiert sich Cornelia Krause selbst. Die 54-Jährige übernimmt ab September die Pfarrstelle an der Südkirche der Esslinger Stadtkirchengemeinde. Zugleich ist sie zuständig für die Citykirchenarbeit.

© U. Rapp-Hirrlinger

Cornelia Krause

Seit acht Jahren ist die Theologin Pfarrerin in Ostfildern-Nellingen. Eine vielfältige Aufgabe mit sehr unterschiedlichen Rollenanforderungen erwarte sie in Esslingen, sagt Cornelia Krause. „Doch ich freue mich auf neue Herausforderungen.“ Das Gemeindepfarramt, das sie heute so liebt, stand nicht oben auf der Liste, als Cornelia Krause sich für ein Theologiestudium entschied. „Ich wollte mich vor allem mit den wesentlichen Themen des Lebens, mit Fragen nach Gott und der Welt beschäftigen“, sagt sie rückblickend.

Aufgewachsen ist Krause  im Stuttgarter Westen in einer sehr mit der Diakonie verbundenen Familie. Neben Theologie studierte sie Diakoniewissenschaft und medizinische Ethik in Heidelberg. An der Arbeit in der Gemeinde schätzt sie vor allem die Vielseitigkeit: „Es bietet die Chance, an vielen Baustellen zu arbeiten. Es ist eine vielfältige und integrative Arbeit und man ist nah bei den Menschen.“ Gemeinsam unterwegs sein, zusammen den Glauben zu leben, das ist ihr wichtig. Immer wieder wirft sie die Frage auf: „Wo und durch was begegnet uns Gott?“ Auch in der Pliensauvorstadt werde sich ihr diese Frage ganz besonders stellen. „Es reizt mich zu überlegen, wie man als Kirche dort präsent sein kann.“

Wache Praxis des Glaubens

Außerdem ist ihr an „Verständlichkeit und einer lebendigen, wachen Praxis des Glaubens“ gelegen. Das brauche Lebensnähe und Beteiligung, ist die Pfarrerin überzeugt. „Vieles geht über das gemeinsame Erleben. Durch solche Erfahrungen entstehen Beziehungen.“ Beziehungen auch über Konfessionsgrenzen hinweg – das liegt ihr am Herzen: „Die Ökumene ist eine wichtige Basis.“

In der Citykirchenarbeit wird Cornelia Krause sich im städtischen Umfeld einbringen und unter anderem für kulturelle Fragen und für den Kircheneintritt zuständig sein. Ein zentrales Aufgabenfeld sieht sie im Kloster für die Stadt, das in der Franziskanerkirche vor allem spirituelle Angebote macht. „Das ist ein geistlicher Mittelpunkt, der Kraft gibt“, ist sie überzeugt. Spiritualität im Alltag aufzufinden, ist ihr ein großes Anliegen.

Cornelia Krause ist sich bewusst, dass das Zusammenwachsen von Südkirchengemeinde und Stadt- und Frauenkirchengemeinde noch im Gange ist. Erst Anfang 2016 schlossen sich die Gemeinden zusammen. „Vielleicht kann ich zum Brückenschlag und zur Integration beitragen“, hofft sie.

Meditation gibt Kraft

Die Meditation spielt eine wichtige Rolle in Cornelia Krauses Leben. „Ich meditiere jeden Morgen. Diese stille Zeit für mich gibt mir Kraft und hilft vor allem auch dabei, mit schwierigen Situationen zurecht zu kommen.“ Doch auch der Aufenthalt im Garten, wo sie „einfach den Rosen beim Blühen zusehen“ könne, ist für sie Ausgleich.

Das üppige Grün in der Nellinger Riegelstraße tauscht die Pfarrerin nun gegen einen Garten beim Pfarrhaus der Südkirche. Dass der Abschied aus Nellingen nicht leicht fällt, gibt die Pfarrerin unumwunden zu. „Es sind viele Beziehungen gewachsen.“ Mit Cornelia Krause zieht auch ihr Mann, Pfarrer Ralf Vogel, nach Esslingen. Er verantwortet unter anderem die Nachschicht-Gottesdienste in Obertürkheim, wo das Theologen-Paar sich elf Jahre eine Pfarrstelle teilte. Die beiden Kinder sind dabei, flügge zu werden: Sohn Joel (21) startet ins Medizinstudium, Tochter Eva (19) hat ihr Abitur in der Tasche.

Investitur am 17. September

Bei einem feierlichen Investitur-Gottesdienst wird Cornelia Krause  am 17. September um 10 Uhr in der Südkirche in Esslingen von Dekan Bernd Weißenborn in ihr neues Amt eingesetzt. Ein Stehempfang und das Gemeindefest der Stadtkirchengemeinde mit Mittagessen und Kaffeetrinken schließen sich an.