Frauenkirche

Frauenkirche Esslingen - Foto: U. Rapp-Hirrlinger

Frauenkirche
Untere Beutau 7
73728 Esslingen

Die Frauenkirche in Esslingen gilt als eines der hervorragenden Bauwerke der südwestdeutschen Spätgotik und als eine der ältesten Hallenkirchen Schwabens.

Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Innenraum der Frauenkirche - Foto: Peter Köhle

Esslingen hatte um 1300 eine Vielzahl von Kirchen und Kapellen, die aber allesamt im Besitz von Klöstern waren. Die Bürgerschaft der freien Reichstadt konnte weder über eine Kirche verfügen noch eine bauen. Erst die Kapellenordnung von 1321 hat den Weg dafür frei gemacht. Der Rat der Stadt rief die Bürger dazu auf, für den Neubau der vorhandenen Marienkapelle zu spenden.

Begonnen wurde 1325 mit dem Chor, um schnell wieder den Marienaltar aufstellen zu können.

Marienportal - Foto: Peter Köhle

Die Erbauung des Chors und der östlichen zwei Joche mit dem Marienportal als dreischiffige Halle dauerte bis 1330. Danach war eine Baupause und der zweite Bauabschnitt bis zur dritten Säule wurde in den Jahren 1340 bis 1365 errichtet.  

Marienportal Detail - Foto: Peter Köhle

Die beeindruckenden Portalplastiken hat ein unbekannter Meister geschaffen.

Weltgerichtsportal - Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Von 1400 bis 1440 führte Ulrich von Ensingen den Kirchenbau fort. Er vollendete das Langhaus und erbaute das Weltgerichts- und das Georgsportal, wie auch den Unterbau des Turms.

Von 1440 bis 1505 wirkte die Baumeister-Familie Beblinger am Turmoktogon mit Glockenstube, Treppenturm mit Helm sowie an der Dachgalerie und dem Dachumgang.

Chor mit Glasfenstern - Foto: Peter Köhle

Die Gläser der drei mittleren Chorfenster entstanden um 1330.
Sie zeigen Darstellungen aus dem Leben von Christus und Maria wie auch dem Leben von Heiligen und Märtyrern.

Das Mittelfenster, auch Bibelfenster genannt, zeigt in der linken und rechten Bahn Szenen aus dem alten Testament, in der mittleren Bahn sind Bilder aus dem neuen Testament zu sehen. 

Im rechten Fenster sind Scheiben aus der Kapelle des Katharinenspital, das auf dem heutigen Marktplatz stand und im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde.

Im Kirchenschiff wurden im 20. Jahrhundert moderne Glasfenster des Künstlers Hans Gottfried von Stockhausen eingebaut.

Chorhimmel - Foto: Peter Köhle

Die prächtige Deckenbemalung im Chor der Frauenkirche ist in Blau und Gold gehalten. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Schlusssteine erinnern an die Kunst der Zisterzienser.

Frauenkirche u. Salemer Pfleghof - Foto: P. Köhle

Das ursprüngliche Baumaterial für die Frauenkirche war Schilf- und Stubensandstein aus der Gegend, der schnell verwittert zumal in der heutigen aggressiven Luft. Ständig mussten und müssen Teile ersetzt werden. Man verwendete dazu Oberkirchner Sandstein, Kalkstein und Muschelkalk. So ist bis heute eine Bauhütte in Betrieb.